Etappe 6: Alte Chemnitzer Hütte – Schwarzensteinhütte
1392 ↑hm • 784 ↓hm • 13,1 km • 7 ½ h
Am kommenden Tag stand uns eine anspruchsvolle und sehr spezielle Etappe bevor: der Weg zur höchstgelegenen Hütte in den Südtiroler Zillertaler Alpen. Auf dem Stabeler Höhenweg überquerten wir die Gelenkscharte (2724 m), das Schwarzenbachtörl (2559 m) und die dritte Scharte Törler Zwilcher "Zu Törla" (2704 m), die eher wie ein einsamer Gipfel wirkte. Dann eröffnete sich uns der Blick ins Rotbachtal, auf das gegenüberliegende Gr. Tor und auf die Schwarzensteinhütte (Rifugio al Sasso Nero, 3026 m). Wir schlängelten uns bei sommerlichen Temperaturen durch das unterhalb der Hütte befindliche Blockwerk und kamen an kleinen türkisblauen Gletscherseen vorbei. Kurz darauf fühlten wir uns plötzlich wie in einem winterlichen Kletter-Erlebnispark. Wir stiegen ein langes Schneefeld unterhalb des Rotbachkees hinauf und landeten dann in einer einladenden Kletterpassage. Danach ging es vom Plateau der ehemaligen Leipziger Hütte noch rund 100 Höhenmeter aufwärts zur jetzigen Hütte. Es ist eine sehr empfehlenswerte Etappe, die man so nicht wieder findet. Das große Gebäude wirkt in der Höhenlage unwirklich und durch das unregelmäßige Sechseck fast wie ein Fremdflugkörper. Für die geplante Besteigung des Schwarzenstein-Gipfels war es leider zu spät. Daher hatten wir uns von dem Wunsch verabschiedet, denn für den darauffolgenden Nachmittag wurde Gewitter angesagt, was für uns bedeutete, dass wir nach dem Frühstück gleich zur Alten Chemnitzer Hütte zurückmussten.
Das Glück hat es wieder gut mit uns gemeint, denn zum Abendessen lernten wir einen sehr netten Bergsteiger – Gerhard – kennen. Er erzählte uns von seinem Vorhaben, zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Nach kurzer Überlegung schlossen wir uns an und verabredeten uns für 4:45 Uhr.